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Freitag, den 04. November 2011

GEMEINSAME PRESSEINFORMATION 35 / 2011: Vier neue Servicestellen „Arbeitsmarktintegration“ bieten Beratung zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse an

Die Träger des Projekts Regionales Netzwerk MV

Die Förderer des Projekts Netzwerk IQ

Mit Beginn des IQ Förderprogramms – Integration durch Qualifizierung gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern vier Beratungsstellen auf denen Migrantinnen und Migranten erste Informationen zum Thema Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen erhalten können.

Mit den IQ Servicestellen „Arbeitsmarktintegration – Berufliche Anerkennung“ in den Regionen Mittleres Mecklenburg/Nordvorpommern, Mecklenburgische Seenplatte-Vorpommern und Westmecklenburg ist in Mecklenburg-Vorpommern eine flächendeckende Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund zu Fragen der Anerkennung von beruflichen Abschlüssen gewährleistet. Dazu wurden in Greifswald, Neubrandenburg, Rostock und Schwerin Erstanlaufstellen für Anerkennungssuchende eingerichtet, die sich nicht direkt an Jobcenter, Arbeitsagenturen oder Anerkennungsstellen wenden. Des Weiteren werden die IQ Servicestellen Qualifizierung und Schulung sowie Beratung und Supervision relevanter Akteure der Arbeitsmarkintegration anbieten. Das IQ Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern wird die Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen fördern und die auf die Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten gerichteten Unterstützungsangebote im Sinne einer Prozesskette miteinander verzahnen.

Um die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu vereinfachen und die Integration von Migrantinnen und Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern, wurde am 29. September 2011 das Anerkennungsgesetz vom Deutschen Bundestag beschlossen. Am 4. November berät der Bundesrat über den Gesetzentwurf zum Anerkennungsgesetz. Das IQ Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern wird die Umsetzung dieses Gesetzes in Mecklenburg-Vorpommern begleiten.

Die IQ Servicestellen „Arbeitsmarktintegration – Berufliche Anerkennung“ sind in den Regionen Mittleres Mecklenburg/Nordvorpommern, Mecklenburgische Seenplatte-Vorpommern und Westmecklenburg vertreten. Angesiedelt sind sie bei migra e.V. in Rostock, VSP gGmbH in Schwerin und bei genres e.V. in Neubrandenburg.

Weitere Informationen zum IQ Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern und den IQ Servicestellen finden Sie unter www.migra-mv.de und www.netzwerk-iq.de

Rückfragen: Maja Kuntzsch, Tel.: +49 (0)381/37 54 74 58

Hintergrund:

Kontaktdaten der IQ Servicestellen „Arbeitsmarktintegration – Berufliche Anerkennung“ in Mecklenburg-Vorpommern

An den Standorten der IQ Servicestellen befinden sich auch die Erstanlaufstellen zur Anerkennungsberatung. Die IQ Servicestelle Mecklenburgische Seenplatte-Vorpommern betreibt eine Außenstelle in Greifswald.

IQ Servicestelle Mittleres Mecklenburg/Nordvorpommern
c/o migra e.V.
Heidi Karsten
Budapester Straße 16
18057 Rostock
Tel.: 0381/44431160
E-Mail: karsten(at)migra-mv.de

IQ Servicestelle Mecklenburgische Seenplatte-Vorpommern
c/o genres e.V.
Sylvia Büttner-Marten
Helmut-Just-Straße 4
17036 Neubrandenburg
Tel.: 0395-5707212
E-Mail: buettner(at)genres-online.de

Außenstelle Greifswald
c/o genres e.V.
Erik Wussow
Fleischerstraße 20
17489 Greifswald
Tel.: 03834-527207
E-Mail: wussow(at)genres-online.de

IQ Servicestelle Westmecklenburg
c/o VSP gGmbH
Dr. Miriam Jahncke
Mecklenburgstrasse 9
19053 Schwerin
Tel.: 0385-55575000
E-Mail: servIQWM(at)vsp-ggmbh.de

Kurzportrait Irene Bier

Als Irene Bier im Oktober 2008 mit 32 Jahren nach Deutschland kommt, hat sie ein siebenjähriges Hochschulstudium der englischen und deutschen Philologie abgeschlossen. Nach dem Studium war sie fast fünf Jahre als Dozentin am Lehrstuhl „Englische Sprache und Methodik des Unterrichts“ an der Staatlichen Universität Witebsk in Weißrussland tätig.

In Deutschland nimmt Irene Bier zunächst an einem Integrationskurs teil um ihre vorhandenen Deutschkenntnisse praktisch zu erweitern und um sich so gut wie möglich zu integrieren. Es folgen weitere Kurse, in denen sie ihre Sprachkenntnisse vertieft. Ende 2009 reicht sie dann einen Antrag auf die Anerkennung ihres in Weißrussland erworbenen Diploms als „Lehrerin für englische und deutsche Sprache“ beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern ein. Als Spätaussiedlerin hat sie einen gesetzlichen Anspruch auf die Prüfung ihres Abschlusses auf Anerkennung. Im Januar 2010 teilt das Ministerium ihr mit, dass ein Teil ihres Studiums anerkannt werden kann. Als Lehrerin an einer Schule in Mecklenburg-Vorpommern darf Irene Bier damit jedoch nicht arbeiten. „Ich musste jeden möglichen Weg gehen“, sagt sie, „nicht immer wusste ich, wohin und was genau ich fragen muss, um die richtigen Antworten zu erhalten.“ Noch einmal studieren möchte Irene Bier aber nicht.

Die Chance, als Pädagogin in der Erwachsenbildung tätig zu werden, motiviert die Lehrerin aus Weißrussland. Sie bewirbt sie sich bei einem Bildungsträger. Nach einem gelungenen Praktikum, erhält Irene Bier einen 6-Monats-Vertrag als sozialpädagogische Projektmitarbeiterin bei der START GmbH in Güstrow. Der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt ist ihr damit gelungen. Heute ist sie Assistentin der Geschäftsführung in einem Unternehmen für Patientenbetreuung, dem Ambulanten Zentrum Güstrow. Dass sie nicht mehr als Lehrerin arbeiten kann, bedauert Irene Bier dennoch. „Ich verstehe, dass es nicht einfach ist, die Studienabschlüsse zweier Länder miteinander zu vergleichen. Es gibt auch immer noch viele Vorurteile. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass diese verschwinden, wenn deutsche Arbeitgeber ausländische Fachkräfte besser kennenlernen und ihnen auch verantwortungsvolle Aufgaben übertragen.“